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Mühlenspiegel

Mühlenbecker Klanglandschaften

am 25. und 26. Mai 2019 in Mühlenbeck und am Summter See

 

Haben Sie schon einmal erlebt, dass Tontöpfe singen können und PETT-Flaschen faszinierende Musikinstrumente sind? Und können Sie sich vorstellen, wie eigensinnig eine Trompete klingt, selbst wenn sie, über dem Klangteppich eines Streichorchesters, aus der Ferne herüberklingt? Der amerikanische Komponist Charles Ives hat sich das vor mehr als einhundert Jahre ausgedacht und nun kommt diese Musik zu uns an den Summter See: The Unanswered Question, die unbeantwortete Frage. Als Anhänger des neuenglischen Transzendentalismus – der ersten Ökobewegung auf der Welt – setzte der Demokrat, Naturfreund und Freigeist Charles Ives ein für die Menschheit typisches Entwicklungsmuster in Töne: Antworten auf existenzielle Fragen des Lebens zu finden. – Und haben Sie schon einmal ab zirka vier Uhr in der Frühe, in den Sonnenaufgang hinein, die Vogeluhr belauscht? Erst ertönt der Ruf des Gartenrotschwanzes, fünf Minuten später beginnt die Amsel zu singen, dann das Rotkehlchen … bis zum Star kurz nach Sonnenaufgang. Und wenn dann um 7.00 Uhr, inmitten der erwachten Natur die Lautten Compagney aus Berlin mit barocker Musik die Vögel, die Frösche und anderes Getier hoch leben lässt, haben wir, noch bevor der Tag tatsächlich beginnt, etwas Einzigartiges erlebt.

 

Doch die unbeantwortete Frage bleibt, die unserem Festival zugrunde liegt. In Zeiten des Klimawandels und der immer dringlicheren Notwendigkeit, unsere Erde vor uns selbst, den Menschen, zu beschützen, müssen wir Antworten finden. Mit diesem Querstand entlassen wir Sie am Sonntagabend am Summter See, nun in den Sonnenuntergang hinein, nach zwei mit Musik, Worten, Klängen und neuen Erfahrungen angefüllten Tagen. Ein leiser, den Hörsinn schärfender Höhepunkt ist darin eine Musik des in Berlin lebenden, österreichischen Komponisten Peter Ablinger, die dieser extra für diesen Anlass und Ort komponierte: Es summt der See für drei Ensemblegruppen und drei Megafonflüsterer.

 

In der Verbindung von Musik und Landschaft, Klängen und Natur möchten wir Sie zu einer Entdeckungsreise einladen. Ihr heimlicher Untertitel lautet: die Kunst der Wahrnehmung – von Musik und Natur. Zwischen beidem schlagen wir eine Brücke aus Konzerten, Klanginstallationen und Gedanken aus dem Rundbrief Über die Sorge für das gemeinsame Haus 2014 von Papst Franziskus, aus geführten Naturwanderungen und geselligen Gesprächen. Manchmal ist es eine Musik, die uns fremd erscheinen mag, die aber gerade deshalb reizvoll ist, weil sie uns Neues entdecken lässt, auch in uns selbst. Denn hatten Sie schon jemals Gelegenheit, drei AkkordeonistInnen zu lauschen die nach einer Idee des weltberühmten Teodoro Anzellotti mit den Geräuschen des Waldes und des Windes improvisieren?

 

Viele Komponisten und Komponistinnen unserer Zeit haben sich immer wieder Gedanken über die Natur, das Wasser, über Luft und Landschaften gemacht und diesen eine tönende Form gegeben. Vorgeführt werden einige von ihnen vom Ensemble Reflexion K. Selbst Schüler haben sich unter Anleitung des Komponisten Ludger Kisters auf die Suche nach Naturklängen begeben und daraus eine Musik komponiert. In drei Konzerten verbinden sich instrumentale, elektronische und vokale Klämnge zu entdeckungsreichen Klangwelten.

Lassen Sie sich überraschen, seien Sie neugierig, offenherzig und offenen Hörsinns!

(Das Programmteam: Gisela Nauck, Uli Aumüller, Ludger Kisters)

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